Nachtcafé…

Ihr Lieben, hier ist schon mal ein Fernsehtipp für den 16. Juni!

<3-lichen Glückwunsch, liebe Nina! 🙂

Frau Papa

Eben erhielt ich einen Anruf vom SWR: Ich bin zu Gast im Nachtcafé. Die Aufzeichnung findet am Mittwoch statt… Ich freue mich riesig, denn es geht um starke Frauen – und in so einer Runde eingeladen zu sein, das ist sehr bewegend.

Vor lauter Aufregung sitze ich jetzt im Handtuch (ja, ich war gerade in der Badewanne) am PC und werde gleich einen Blick in den Kleiderschrank werfen. Mittwoch ist ja schon sehr bald!

EDIT: Die Sendung wird am 16. Juni um 22:00 auf SWR ausgestrahlt!

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Kopflos

Kopflos

Es erwischt mich wieder wie ein Schlag mit dem Holzbrett. Mitten auf den Hinterkopf. Wie eine Welle überrollt es mich, ohne das ich es auch nur ansatzweise kontrollieren könnte.

Die Worte der Lieblingsärztin schallen wieder in meinen Ohren. Sie überschlagen sich gerade, klingeln laut, schreien mich an. Sie klingen wie viel zu laute Musik, die ich gerne leiser drehen würde, was ich aber nicht kann, weil ich den Regler nicht finde. Sie schlagen mich wie Peitschen, doch ich kann nicht schreien, weil der Schmerz mir bereits die Stimme genommen hat.

„Das ist Käse!“ „Lauf‘ keinem Phantom hinterher!“ „Das ist viel zu schwer für dich!“  „Bleib‘ realistisch!“ „Wenn du nicht als Medizinerin im Büro eines Pharmakonzerns enden willst – lass es!“ „Wie willst du denn anderen Menschen helfen, wenn du selber eingeschränkt bist?“

Ich fühle mich wie taub. Schon wieder. Ich dachte, ich hätte damit nach fast 7 Monaten endlich abgeschlossen, doch dem ist nicht so, wie ich gerade feststellen musste. Es sitzt einfach zu tief, um es vergessen zu können. Es reicht nur, um es zu verdrängen.

Ich sitze im Transport zur Schule, tippe diesen Text beinahe kopflos in die Handy-App. „Waldbrand“ von Madeline Juno spielen meine Kopfhörer in Dauerschleife, um die Worte zu übertönen, was aber nicht funktioniert. Einen Tweet, der meine Lage hilflos versucht in Form eines Songs zu erklären, habe ich mittlerweile auch abgesetzt. Ich bin nicht in der Lage, klar zu denken. Geradeaus zu denken. Ich kann nicht mal weinen oder schreien; es tobt so dermaßen in mir, dass ich mich wie gelähmt fühle.

Ich weiß, dass mir dieser Post heute Abend leidtun wird, aber ich werde ihn dennoch posten. In der Hoffnung, dass sie es liest und begreift, wie sehr es mich getroffen hat, was sie mir sagte. Falls sie es nicht schon begriffen hat.

Ich versuche, den Tag heute herumzukriegen. Er startet ja schon scheiße, was soll noch passieren? Mein Hunger ist auf jeden Fall schon mit meinem Selbstwertgefühl in den Keller gewandert. Mir ist schlecht. Mein Magen dreht sich auf links, mein Kopf dröhnt, als würde ein Presslufthammer darin arbeiten. Die Ohnmacht in mir verschwindet nicht.

Meinen Gefühlszustand kann ich derzeit nicht zuordnen. Es ist irgendetwas, das ich so nicht kenne: Wut, Traurigkeit, Beklemmung und Taubheit zugleich. Es ist mir einfach fremd. Ich bin mir gerade fremd.

Wegen einiger Worte. Wegen ein paar verdammten Worten, die mir den Boden unter den Füßen nehmen. Die Luft zum Atmen rauben.

Bei dem Gedanken, sie in zwei Monaten wiedersehen zu müssen, wird mir immer schlechter. Ich kann nicht glauben, dass ich das mal schreibe.

Ich kenne sie seit 14 Jahren. Seit 14 Jahren. Sie hat mich teilweise mit aufwachsen sehen. Sie hat mich fallen und wieder aufstehen sehen. Sie hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, wenn ich allein im Krankenhaus war, sobald sie mein Zimmer betrat.

Sie ist der verdammte Grund dafür, dass ich Ärztin werden will und ist der verdammte Grund für meine derzeitige Gefühlslage!

Ich versuche zum x-ten Mal, diesen Artikel zu Ende zu bringen. Ich bringe ihn jetzt einfach zu Ende, weil ich keine Zeit mehr habe. Ich hoffe, ich belaste euch jetzt nicht zu sehr mit meinem Seelenleben, aber das musste einfach raus. Danke fürs Zuendelesen! ♥

Wheelie

Warum?

Warum?

Als Mensch mit Handicap ist man stets bemüht, der Welt zu zeigen, dass man nicht leidet. Dass man ein normales Leben führt.

Ich bin der Meinung, dass es auch so ist. Aber nicht immer.

Auch ich habe Scheißtage, wo ich mit einer Tafel Schokolade auf dem Bett sitze, heule und mich frage, warum. (Klischeehaft, ich weiß. =D)

Warum müssen mich Spastiken aus dem Schlaf reißen? Warum kann ich nicht richtig laufen? Warum muss ich diesen bescheuerten Metallschrott von Rollstuhl manchmal nutzen? Warum muss ich immer wieder als Versuchskaninchen für übermotivierte Orthopäden herhalten? Warum spüre ich meine Unterschenkel kaum? Warum werde ich von Vorurteilen praktisch angezogen? Warum traut mir keiner was zu?

Warum ich?!

Jup, auch das geht einer Wheelie mal durch die Glühlampe in dem Gehäuse, was man Kopf nennt. Also nicht nur „pink fluffy unicorns“, Zuckerwatte, irgendwas Positives, Medizin oder was auch immer ihr dachtet.

Doch das Wichtigste ist, sich nach einer solchen Phase nicht depressiv zu vergraben, sondern wieder aufzustehen. An seine Ziele zu glauben.

An sich selbst zu glauben.

Das wurde mir in den letzten Monaten immer mehr bewusst, denn diese negativen Gedanken, die mich insbesondere nach dem Vorfall mit der Lieblingsärztin verfolgten, machen einen mit der Zeit kaputt.

Es ist egal, was passiert ist. Es ist egal, was du mitgemacht hast. Es ist egal, ob du ein Handicap hast oder nicht. Es ist verdammt nochmal egal, was andere zu deinen Träumen sagen.

Glaub‘ an dich!

Wheelie

Wheelie goes TINCON

Wheelie goes TINCON

Es gibt heute was zu verkünden, ihr Lieben. Zu feiern auch, denn…

…ich bin Speakerin bei der diesjährigen TINCON, die vom 23.-25. Juni im Kraftwerk Berlin stattfindet! Ich freue mich wahnsinnig, dabei sein zu dürfen und wollte euch einfach an meiner Freude teilhaben lassen! 🙂

(Wer sich fragt, was die TINCON ist, ist hier übrigens ganz gut aufgehoben!)

Das musste ich jetzt unbedingt loswerden! Vielleicht treffe ich ja eine*n von euch dort? 🙂

Wheelie

„Das da“, mein rollender Schrotthaufen

„Das da“, mein rollender Schrotthaufen

Er ist schon wieder auseinandergefallen – „Das da“, mein treuer Begleiter mit den vier Rädern und dem etwas unbequemen Sitzkissen, hatte am Montag erneut ein Rad ab und eine Schraube locker…

Egal, wie witzig das jetzt klingen mag, es war in dem Moment gar nicht so lustig. Vor einem Jahr ist das schon einmal passiert, wie ich hier ja auch schrieb.

Dieses Mal fiel das Rad samt Steckachse beim Zusammenklappen von „Das da“ ab, als er gerade in den Transporter, der mich zur Schule bringt, verladen werden sollte. Morgens um 5:45 Uhr. Gute Zeit für einen Rollstuhl, um zu zerfallen…die Teile wurden dann eingeladen, ich schrieb meiner Physiotherapeutin eine Nachricht, dass ich meine rollende Katastrophe wieder in Einzelteilen vorbeibringen würde und sie rief dann den Techniker, der „Das da“ wieder zusammenschraubte.

Aber ich hatte noch Glück, denn wäre mir das einen Tag früher passiert, hätte ich ein arges Problem gehabt:

Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich am Freitag im Zug saß und meinen Tisch zugemüllt hatte. Das hatte den Grund (die Sache mit dem Tisch ausgenommen), dass ich auf dem Weg nach Hamburg zu einem Seminar war, welches das gesamte Wochenende lang war. Am Sonntag fuhr ich dann wieder zurück und spürte bereits, dass etwas nicht stimmt. Doch „Das da“ überlebte die Fahrt.

Wenn das Ding im Bahnhof zerfallen wäre, dann hätte ich nämlich erstmal mindestens drei Stunden auf Hilfe warten müssen und alle meine Züge verpasst. Also haben meine Schutzengel und Glückbringer wieder vollen Einsatz gezeigt…

Zum Glück wird „Das da“ ja bald ersetzt. Wenn die Krankenkasse nicht weitermault.

Wheelie

Zeugnisse!

Zeugnisse!

Am Freitag gab’s die Giftblätter mit Hexenschrift. Aber so schlimm ist mein Zeugnis gar nicht – der Durchschnitt ist 1,66 und damit ist auch der Klassenbestschnitt erreicht. Yeah!

Nur Kunst muss besser werden – dort steht die einzige 3 zwischen den 1en und 2en…

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Wheelie