Aufruf Blogparade: „Sprengt die Vorurteile!“

Liebe Blogger,

ich rufe zu einer Blogparade auf! „Sprengt die Vorurteile!“ heißt sie und geht vom 29. Januar – also morgen – bis zum 19. Februar. Es geht – wie im Titel lesbar – um Vorurteile.

Was sind für euch Vorurteile? Wurdet ihr damit schon selbst konfrontiert? Wenn ja, wie geht ihr damit um? (Übrigens: mit Vorurteilen sind nicht nur Vorurteile bei Behinderungen gemeint!)

Das sind nur Beispiele. Euch stehen meinerseits alle Türen offen! Schreibt darüber und sagt eure Meinung dazu!

Ich freue mich auf eure Beiträge!

Wheelie

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Wheelie’s Jahresrückblick

Wheelie’s Jahresrückblick

Eigentlich gibt es für mich gar nicht so viel zu schreiben. Ich versuche trotzdem mal, mein Jahr für euch zusammenzufassen.

2016 war ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Ein Jahr, dass ich sicher nie vergessen werde. Und das möchte ich nun mit euch teilen.

Fangen wir mit Januar an:

1. Kontrolluntersuchung nach der Reha. Die Lieblingsärztin freute sich, dass ich noch immer so gut laufe. Ich freute mich mit. Doch damals wusste ich noch nicht, was das Jahr noch alles umwerfen würde, sowohl beim Laufen, als auch beim Thema „Lieblingsärztin“.

Zudem stieß ich – was ich hier nie erwähnte – auf ein Schülerstipendienprogramm. Ich begann ein Bewerbungsschreiben, welches im März abgeschickt wurde. Was dabei herauskam, erzähle ich euch gleich. 🙂

Im Februar gab es gleich drei Highlights:

Mein 15. Geburtstag ist eins davon. Das andere Highlight ist, dass ich mein Halbjahreszeugnis erhielt. An sich eigentlich nichts Besonderes, oder? Für mich schon, denn von diesem Zeugnis hing ab, ob ich zurückgestuft werde oder nicht. Da ich aufgrund der großen OP im Juni 2015 auch im neuen Schuljahr sehr viele Fehltage anhäufte, war nicht sicher, ob ich alles packen würde. Doch ich packte es an – und hatte zum Schluss einen Durchschnitt von 1,4. Auch, wenn mir einige Noten fehlten (z.B. in den Naturwissenschaften), freute ich mich wie verrückt, denn ich hatte mit Abstand den Klassenbestschnitt und durfte bleiben. 🙂 Außerdem startete ich in diesem Monat mein Twitter-Profil.

Mein erstes Praktikum bei einem Offenen Kanal bzw. Bürgerradio folgte im März. Auch, wenn ich beruflich nie etwas mit Medien machen möchte (habe ich nach dem Praktikum endgültig beschlossen, weil ich merkte, dass mich ein Medienberuf nicht ausfüllen würde), war das eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte, weil ich viele tolle Menschen kennenlernen durfte und meine eigene Radiosendung ihre 45 Minuten Sendezeit bekommen hat. Zu einer Wiederholung wäre ich auch bereit. 🙂 In der Praktikumszeit feierte meine Facebook-Seite übrigens ihr einjähriges Bestehen. =D

Im April merkte ich, dass mit meinem linken Bein etwas nicht stimmt. Es hatte zwar schon immer seine Probleme – auch mit der Innenrotation – aber nie so massiv, dass ich dadurch zu meiner eigenen Stolperfalle wurde und stürzte. Sorgen machte ich mir noch nicht, jedoch änderte sich das bald.

Nachdem ich im März meine Bewerbung auf ein Stipendium abschickte, erhielt ich im Mai eine Antwort:

Ich war in die engere Auswahl gekommen und wurde zu einem persönlichen Jurygespräch nach Hamburg eingeladen. Meine Freude darüber war riesig, leider fiel mir aber eine Sache auf: Der Termin des Jurygespräches überschnitt sich mit der Landesmeisterschaft im Rollstuhltanz. Ich entschied mich für das Jurygespräch, denn diese Chance hatte ich nur einmal.

Das Gespräch fand dann im Juni statt. Während der gesamten Fahrt war ich relativ entspannt – als wir jedoch vor dem Stiftungsgebäude standen, in welchem das Gespräch stattfand, bekam ich wacklige Knie und überlegte kurz, ob es nicht besser wäre, umzudrehen und zur LM zu fahren. Allerdings hätten mir meine Eltern und meine Vereinskollegen den Kopf abgerissen. Und ich mir später auch.

Also betrat ich das Gebäude – vor Aufregung am ganzen Körper zitternd – und stellte mich nach Abholung meines Namenschildes darauf ein, noch 3 Stunden warten zu müssen, da ich viel zu früh da war. Weit gefehlt – es fiel jemand aus und so konnte ich weitaus früher ins Gespräch. Die zwei Juroren, die mich „interviewten“, waren total nett und halfen mir etwas, meine Aufregung zu verlieren. Und die Jurorin in dem „Tandem“ kannte sich sogar etwas mit meiner Behinderung aus, was es mir leichter machte, auch darüber zu sprechen. Nach dem Gespräch fühlte ich mich super. Nur die Wartezeit auf eine Antwort war schlimm – noch schlimmer, als die Wartezeit davor.

Drei Wochen später saß ich dann total erkältet zuhause und wollte mich nur noch einrollen. Doch irgendwas scheuchte mich aus dem Bett, als wenn ich gewusst hätte, was passiert. Als die Post morgens – für diese Zeit untypisch – vor der Tür stand, bekam meine Mutter einen großen Brief für mich in die Hand gedrückt. Darauf das Logo des Stipendienprogramms. Im Türrahmen tanzend, übergab sie mir den Brief. Sie hatte ihn nicht geöffnet, jedoch hatte sie ein gutes Gefühl. Ich kann mich nicht erinnern, je einen Brief schneller geöffnet zu haben. Als ich ihn las, konnte ich kaum fassen, was darin stand: Es war die Stipendienzusage! Damit gehörte ich zu den 110 neuen Stipendiaten, die im September 2016 offiziell aufgenommen wurden. Ich hatte nie wirklich damit gerechnet, genommen zu werden. Umso größer war die Freude.

Um ehrlich zu sein, kann ich – sechs Monate, zwei Seminare und einen Festakt später – immer noch nicht ganz fassen, was da eigentlich passiert ist. =D

Im Juli durfte ich – nachdem ich Alarm geschlagen hatte – wieder einmal nach Hamburg reisen, diesmal ging es ins Ganglabor in Altona. (Blogbeitrag dazu hier.) Mein Gangbild gefiel mir ganz und gar nicht und der Lieblingsärztin gefiel es wohl genauso wenig. Nach einigen Tests durfte ich wieder nach Hause – wusste aber genauso wenig wie vorher.

Im September fuhr ich zum ersten Seminar des Stipendienprogramms. Ich freue mich, so viele tolle und begabte Menschen kennengelernt zu haben!

(Falls ihr es lest: Ich hab‘ euch echt ins Herz geschlossen, Leute! :-))

Im Oktober erfolgte dann die Metallentfernung. Im Vorfeld hieß es dann, dass man mir mit dem linken Bein nicht helfen konnte (erster Rückschlag) und das ich nicht mehr frei laufen soll (zweiter Rückschlag). Und dann verurteilte die Lieblingsärztin meinen Berufswunsch auf’s Schärfste. (Wer die gesamte Geschichte lesen will, ist hier richtig. :-))

Im November merkte ich, dass ich die 10.000 Aufrufe-Marke geknackt habe! Dafür danke ich euch! 🙂 ♥

Und im Dezember feierte ich den ersten Bloggeburtstag. Yeah! =D

Ich merke grade, dass ich dieses Jahr echt viel erlebt habe und doch viel zu schreiben hatte. Ich hoffe, dass ich auch nächstes Jahr vieles mit euch teilen kann. 🙂

Einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 wünsche ich euch!

Eure Wheelie

1 Jahr justdisabled!

1 Jahr justdisabled!

Seit 1 Jahr existiert mein kleiner, feiner Blog. Nun möchte ich mal „Danke!“ sagen.

Danke für:

11.640 Aufrufe, 4.767 Besucher, 432 Likes, 159 Kommentare, 92 Follower auf WordPress, 282 Gefällt-mir-Angaben auf Facebook und 214 Follower auf Twitter!

Ich danke euch für eure Unterstützung und euren Zuspruch. Das ihr hier seid, bedeutet mir sehr viel. Auch wenn manchmal nicht viele Leser da sind – ich bin froh über jeden Einzelnen!

DANKE!

Wheelie

P.S.: Oben seht ihr das neue Bloglogo. Ich hoffe, es gefällt euch! 🙂

Die Meinung der Anderen

Ich pfeife eigentlich darauf, was andere Menschen über meinen Traum – das Medizinstudium – denken. Es ist mir piepegal, denn ich weiß, dass ich mich durchkämpfen werde, um mein Ziel zu erreichen.

Es gibt nur eine einzige Person auf dieser Erde, deren Meinung mir bezüglich dieser Sache sehr wichtig ist – und das ist die Lieblingsärztin.

Und grade sie hat mir einen „Tritt vor das Schienbein“ verpasst.

Wir hatten uns an meinem Entlassungstag vor ca. 2 Monaten nochmal unterhalten. Zum Abschied, wie immer. Es schien eigentlich auch – wie immer – ein lockeres und witziges Gespräch zu werden, dachte ich. Jedoch weit gefehlt. Es war nichts wie immer.

Ich hatte mir schon am Abend zuvor die Augen ausgeheult, weil ich nicht verstand, warum sie mir am Tag vor der OP das freie Gehen verboten hat – obwohl sie mich im Oktober 2015 dazu ermutigte. Zudem sagte sie mir, dass ich mich damit abfinden müsse, dass mein linkes Bein spinnt. Man kann wohl nichts mehr machen – es klang so, als sollte ich aufgeben und das kann und will ich nicht. Doch etwas dagegen sagen konnte ich nicht. Ich hatte alles geschluckt, doch ich konnte nicht mehr. Denn es brachen auch andere Wunden wieder auf.

Sie versprach meinen Eltern und mir einst, dass ich mal besser laufen werde, als man sich das vorstellen könnte. Und wir glaubten ihr. Sie operierte mich viermal. Dreimal ohne großen Erfolg. Einmal mit großem Erfolg, der mir dann aber eingeschränkt werden sollte. Ich wurde dreimal unnötig gequält und Schmerzen ausgesetzt, die mitunter unerträglich waren. Und das hinterließ nicht nur Narben an den Beinen…

Trotzdem verehrte ich diese Frau wahnsinnig. Ich schaute zu ihr auf und dachte ernsthaft, sie könnte ein Vorbild für mich sein. Bis ich im Gespräch mit ihr schmerzlich erkennen musste, dass sie es nicht ist. Oder?

Um genau rauszufinden, warum ich nicht frei laufen sollte und warum meinem linken Bein nicht mehr zu helfen ist, wollte ich an meinem Entlassungstag mit ihr sprechen. Sie kam mir allerdings zuvor, denn sie wollte sich noch von mir verabschieden. Doch schon, als die Mutter meiner Zimmergenossin – die meine Zusammenbrüche mitbekam – den Raum verließ, merkte die Lieblingsärztin, dass etwas nicht stimmt.

Ich fragte sie direkt, warum man meinem linken Bein nicht helfen kann, worauf sie antwortete, dass es neurologisch wäre und sie deshalb nichts mehr tun könne. Gut. Geklärt.

Ab diesem Moment verschwimmen meine Erinnerungen an dieses Gespräch leicht. Bis zum Punkt, an dem ich ihr stolz – zum x-ten Mal übrigens – eröffnete, dass ich nach dem Abi – wenn ich den notwendigen NC erreiche – Medizin studieren möchte.

Es entstand ein kurzes Schweigen. Dann fing die Lieblingsärztin an, mich und meinen Traum zu zerschießen. Es sei Käse, ich solle keinem Phantom hinterher rennen, ich würde es nicht schaffen, ich sei doch klug; ich soll realistisch sein, wenn ich nicht als Medizinerin im Büro eines Pharmakonzerns enden will, sie müsse mich auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Ich solle mich an die Berufs-/Studienberatung für Behinderte wenden, wenn es soweit ist. Und überhaupt: Wie soll ich denn anderen Menschen helfen, wenn ich selbst eine Einschränkung habe?

Dies ist nur eine Auswahl der Worte. Es fühlte sich an, als würde mir jemand ein Messer in den Bauch rammen und es einmal umdrehen. Diese Worte von der Frau, für die ich immer meine Hand ins Feuer gelegt hätte und die mich erst zu meinem Berufswunsch brachte, waren schmerzhafter als alle OP’s zusammen. Mir stiegen Tränen in die Augen. Ich wollte sie anschreien und sie fragen, ob sie weiß, was sie mir mit ihren Aussagen angetan hat. Doch ich konnte nicht. Ich war wie gelähmt und versuchte, mein Gesicht zu wahren, nicht loszuheulen und die Kontrolle nicht zu verlieren.

Es war wie eine Erlösung, als sie sich von mir verabschiedete und den Raum verließ, denn zum Schluss machte mich ihre Anwesenheit nur noch krank. Ich fing an zu weinen, ich konnte nicht mehr. Mein Bild von ihr zerbrach. Aus Verehrung wurde Wut und Traurigkeit. Doch damit warf sich auch ein Schalter in meinem Kopf um. „Jetzt erst recht! Ich zeig‘ es ihr!“ wurde wenige Tage und zahlreiche Heulkrämpfe später aus der Wut. Mein Kampfgeist war wieder da.

Trotzdem wurde mir nicht klar, warum sie mich so zerstören musste. Es ist mir jetzt auch noch nicht ganz klar, aber vielleicht habe ich einen Grund gefunden, auch wenn dieser nicht ganz ihre Reaktion erklären würde:

Sie schien mir leicht überarbeitet gewesen zu sein. Müde, kaputt. Und dann kam ich und sagte, dass ich mir die „Strapazen“ des Medizinstudiums und des Arztberufes freiwillig antun will. Plötzlich sah sie die kleine Wheelie wieder vor sich, erkannte ihre eigene Situation und wollte die „Kleine“ schützen, damit sie sich nicht auch so kaputt macht. Kurz: Projektion der eigenen Situation auf andere bzw. auf mich.

Trotzdem erklärt dies noch immer nicht ihr Verhalten. Vielleicht wird es mir bei unserer nächsten Begegnung erklärbar sein. Vielleicht auch nicht.

Auf jeden Fall ist nichts mehr so, wie es war. Ich denke nun anders über die Lieblingsärztin. Und nun weiß ich auch: Die Meinung der Anderen ist mir doch nicht so egal, wie ich dachte. Wenn diese Meinung bestimmten Personen gehört.

Wheelie

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Scherben

Ich stehe hier in Scherben
Und weiß nicht wohin
Träume zerstört, Vorbilder dahin
Alles erscheint nutzlos
Weiß ich eigentlich noch, wer ich wirklich bin?

Ich stehe hier in Scherben
Und denke an vergang’ne Zeiten
Es schmerzt so sehr, zurückzugehen
Die Tränen lassen mich nichts mehr sehen
Bilder, die mich einst zum Lächeln brachten
Erinnerungen an Menschen
Von denen ich dachte,
Dass ich zu ihnen hinaufschauen kann
Erscheinen mir plötzlich in einem anderem Licht

Ich stehe hier in Scherben
Und schaue mich mal um
Alles scheint zerbrochen
Doch plötzlich seh‘ ich klar
Alles was mir am Herzen lag
Und nun in Scherben vor mir liegt
Heb‘ ich auf, schau’s mir an und werf‘ es aus dem Fenster raus
Denn ich weiß nun, was ich wirklich brauch‘.

Ich brauch‘ nen Neuanfang.
Freunde, Halt und neue Träume
Ehrliche Vorbilder, neues Glück
Ich schau‘ nach vorn und nicht zurück
Setze diesen ersten Schritt
In ein neues Leben
Das alte Ich, nein, das wird’s nicht mehr geben!

Wheelie

Ihr entscheidet: Aktion zum 1. Blogjubiläum

Ihr entscheidet: Aktion zum 1. Blogjubiläum

Da „justdisabled“ im nächsten Monat sein 1. Blogjubiläum feiert, möchte ich eine Aktion starten – die ihr auswählen dürft. Auf Twitter läuft daher eine Umfrage. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr teilnehmen würdet und/oder die Umfrage teilt bzw. rebloggt! Vielen Dank schonmal an euch! 🙂

Die Umfrage findet ihr hier.

Liebe Grüße und einen schönen Montag euch! :-*

Wheelie