Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

Ihr Lieben,

ich wünsche euch frohe und besinnliche Weihnachtstage! Genießt die Zeit, feiert schön und bleibt gesund! Wir lesen uns in 2 Tagen zum 2. Bloggeburtstag wieder! (Oh mein Gott, ist die Zeit schnell vergangen…😅)

Liebe Grüße

Eure Wheelie

Advertisements

1. Platz beim Deutschen Multimediapreis mb21!

1. Platz beim Deutschen Multimediapreis mb21!

Einige von euch haben bestimmt schon meinen Freudentaumel vor knapp einem Monat auf den Social-Media-Kanälen mitbekommen. Nun verkünde ich es auch hier: Ich habe mit justdisabled den 1. Platz meiner Alterskategorie beim Deutschen Multimediapreis mb21 belegt.

Niemals hätte ich damit gerechnet. Nicht mit diesem Ergebnis. Vorallem nicht, nachdem ich einschätzen konnte, wer in meiner Kategorie nominiert ist.

Ich hatte im Vorfeld knapp zwei Tage Zeit, mir einen Eindruck zu verschaffen. Dafür reiste ich am 10. November nach Dresden, um zuerst an dem toll organisierten Internen Abend im Rahmen des Medienfestivals, welches in den Technischen Sammlungen Dresden stattfand, teilzunehmen. Die Nominierten stellten dort ihre Projekte vor und konnten sich im Anschluss etwas kennenlernen. Außerdem stellten die Preisträger der Partnerfestivals aus Österreich, Ungarn und der Schweiz ebenfalls ihre Projekte vor.

wp-image--181625521

Nach dem Abend sah ich dann die beiden wunderbaren Projekte in meiner Alterskategorie, Display Me und freundetreffen, eindeutig vor mir. Mit Abstand.

Display Me packte mich direkt. Als Josua und Ludwig ihren Prototyp – einen Milchkarton mit Handyhalterung – und das derzeitige Modell, welches mich sehr an eine Schweißermaske erinnerte, zeigten, wuchs meine Neugierde. Zudem ist die Funktionsweise sehr beeindruckend: Die Kamera des Handys wird so an die Halterung angebracht, dass die Linse zum Gesicht des Trägers der Maske zeigt. Das Display des Handys zeigt nach außen, was derjenige für ein Gesicht zieht, der/die Träger*in wiederum sieht es nicht und weiß auch nicht, wer ihn/sie sieht. Natürlich musste ich es in der Pause des Abends sofort testen – leider existiert kein Bild davon – und was soll ich sagen: Verdammt cool! 😀

Auch freundetreffen beeindruckte mich sehr. Ein kleiner, feiner YouTube-Kanal. Sehr übersichtlich und die Videos sind wirklich gut gemacht. Da ich aber jetzt nicht spoilern will (und merke, dass ich kurz davor bin), verweise ich auf den Link. 😉

Ich rechnete also nach dem Internen Abend fest mit dem 3. Platz für justdisabled. Dennoch hibbelte ich am Tag der Preisverleihung wie verrückt herum, aufgeregt ist man ja trotzdem.

Also rollte ich, mit dem Ingoporter als Begleitung im Schlepptau, immer wieder quer durch Medienfestival – von Stunde zu Stunde aufgeregter – drehte, teilweise merkwürdige, Live-Videos auf Facebook, schrieb lauter WhatsApp-Nachrichten mit den Links zu den Livestreams, ließ mich von der wunderschönen Fahrstuhlmusik – passend zum Jahresthema „BIG DADA“ – berieseln oder schwirrte in der mb21-Lounge herum.

wp-image--1072625537

Bis ich dann meinen Auftritt im Speaker’s Corner hatte. Im Speaker’s Corner konnten die Nominierten ihre Projekte vorstellen. Ich war die Erste, die diese Ehre hatte und versuchte, ein kleines Publikum zu unterhalten. 🙂

wp-image--617650222

Kurz nach dem Speaker’s Corner sah ich dann das Team von Smart Mirror wieder, ebenfalls nominiert, jedoch in einer anderen Alterskategorie. Ich lernte ihr Projekt während der TINCON kennen und war begeistert von der Visualisierung des Vorhandenseins von Mikroplastik in unserem Alltag: Der Smart Mirror reagiert auf Bewegungen und zeigt dem Interagierenden Fakten zum Mikroplastikproblem. Definitiv ein cooles Mittel, um auf ein solch wichtiges Thema aufmerksam zu machen! 🙂

IMG-20171119-WA0045

Gelegentlich abgelenkt durch Testen und Bestaunen der ganzen Projekte verging die Zeit wie im Flug – na ja, wenn man davon absieht, dass ich trotzdem alle 30 Minuten auf die Uhr schaute – und dann stand sie plötzlich vor der Tür: Die Preisverleihung begann!

Was soll ich sagen…ich war sehr aufgeregt. So aufgeregt, dass ich am ganzen Körper zitterte, meine Kamera beinahe fallen ließ und mir der Ingoporter schlussendlich den „Knipsefix“ abnahm.

Jede einzelne Minute fühlte sich wie eine Stunde an. Mit jeder Kategorie, mit jedem vergebenen Preis, stieg meine Aufregung mehr und mehr an. Bis meine Alterskategorie dran war.

Mein Herz schlug bis zum Hals, mein Puls raste. Dann kam die Verkündung des 3. Platzes: freundetreffen. Da wusste ich: Es entscheidet sich zwischen Display Me und justdisabled. (Vor lauter Aufregung kugelte ich dem Ingoporter fast die Schulter aus, übrigens…)

Ich wollte mich, als der 2. Platz verkündet wurde, schon bereit machen, meinen Platz zu verlassen, da hörte den Namen des zweitplatzierten Projektes: Display Me.

Mein erster Gedanke? Eindeutig „WTF?“ Klar denken? War gerade nicht. Ich wusste nicht wirklich, was da um mich gerade geschah. Ich war wie in einer Nebelwand gefangen, es rauschte irgendwie alles an mir vorbei, ich war nur noch am hyperüberglücklichen AUSFLIPPEN. Der Ingoporter versuchte, mich irgendwie zu beruhigen, vielleicht bin ich noch gar nicht dran, vielleicht bin ich in einer Sonderkategorie, ich sollte mich etwas beruhigen. Er dachte wohl, ich würde zu hyperventilieren beginnen und ohnmächtig werden (Was auch teilweise stimmte, denn vor lauter Aufregung vergaß ich gelegentlich, zu atmen.), hielt aber immer noch mit seiner Handy-Kamera drauf, um alles in sein Instagram-Live-Video zu bekommen.

Dann wurde justdisabled aufgerufen, der 1. Platz! „Oh…shit…was geht hier verdammt nochmal ab?!“, schrie alles in mir. Ich sammelte mich, versuchte es zumindest. Die Laudatio der Jury lief (ihr findet sie übrigens auch hier) und wieder rauschte alles an mir vorbei, als würde ich einem ICE bei der Einfahrt in den Bahnhof zuschauen. Ich wurde von dem Moderator, Marcus Richter, interviewt, bekam dann von Kathrin Neumann vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend meine Urkunde, verließ die Bühne, umarmte den Ingoporter, bekam den ersten Glückwunsch via WhatsApp (der Ingoporter hatte geplaudert 😉) – und fühlte mich wie weggetreten.

IMG-20171119-WA0014

Ich konnte es nicht fassen. Es war so verdammt surreal – und das ist es irgendwie noch immer.

Nach der Preisverleihung wurde ein Gruppenbild aller Preisträger gemacht und danach machten das Team von Smart Mirror, der Ingoporter und ich noch ein Gruppenbild – sowas wie ein Bild der TINCON Berlin 2017-Delegation. 😉

mb21_alle_Preistraeger_2017_gross

IMG-20171119-WA0024

Dann ging es weiter mit dem Essen und schlussendlich der Rückkehr in die Cityherberge, wo der Ingoporter und ich erstmal (nicht ganz jugendfreie) englische und spanische Songtexte übersetzten, um etwas ruhiger zu werden. Und nein, irgendwie war das dazugehörige Kopfkino nicht mehr so toll, wie man vorher dachte…(„Ach, eigentlich klingt das Lied doch total cool!“ *übersetzt* „Waaahh, nein!!!“) 😅

Am Tag der Abreise war dieses wohlige Gefühl von der Preisverleihung noch immer da – es war nur komisch, manchmal als Preisträgerin angesprochen zu werden…😅

Der Ingoporter und ich testeten beim Medienfestival nochmal alles aus, u.a. das Spiel „Game In Flame“, welchem ich mich in einem separaten Beitrag nochmal widmen werde – und dann hieß es bald: Abschied nehmen.

Der Schmerz zwischen dem Ingoporter und mir war nicht allzu groß, schließlich wussten wir, dass wir uns beim #gripsgram-Medienseminar 12 Tage später (Beitrag dazu folgt bald) wieder sehen würden. Jedoch fiel mir der Abschied von Dresden und dem Medienfestival sehr schwer, da die zwei Tage dort mit die schönsten Momente des Jahres für mich bereithielten.

Doch wie heißt es immer so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben – und mich wird man, wenn es zeitlich passt, 2018 als Besucherin auf dem Medienfestival wieder sehen! ☺

Wheelie

Kleiner Bericht vom Medienseminar 2017 – #gripsgram

Kleiner Bericht vom Medienseminar 2017 – #gripsgram

Wenn sich eine Bloggerin auf einem Medienseminar mit dem Thema „Instagram und Blogs“ befindet…

Bis morgen schwirre ich noch beim Medienseminar von grips gewinnt herum. Vieles konnte ich schon dazu lernen, z.B. wie man WIRKLICH gute Fotos macht, was man auch im Header erkennen kann.

Neben mir erstellt gerade mein lieber Freund, Sklave und Mitstipendiat (Das mit dem Sklaven war NICHT MEINE IDEE – der Ideengeber sitzt neben mir…) Ingolf a.k.a. Ingoporter seinen Blog (der noch auf privat eingestellt ist – coming soon!) und schreibt seine Vorstellung. Ich wiederum sitze an meinem Laptop und tippe diesen kleinen „Live“-Beitrag. 😀

Sogar einen kleinen, eigenen Seminarhashtag haben wir schon: #gripsgram.

Nun widme ich mich wieder voll und ganz meiner Aufgabe als Teilnehmer – ich bastele weiter an justdisabled herum.

Einen ausführlichen Beitrag gibt es später. 🙂

Bis bald! Wheelie

Nominiert beim Deutschen Multimediapreis mb21!

Nominiert beim Deutschen Multimediapreis mb21!

Nachdem ich es gestern schon auf den Social-Media-Kanälen bekannt gemacht habe, wird es nun auch hier verkündet: Ich bin mit justdisabled beim Deutschen Multimediapreis mb21 nominiert!

So wirklich realisiert habe ich immer noch nicht wirklich, dass das alles kein schöner Traum ist, sondern real…:-D Aber gestern war es noch surrealer…

Ich saß im Auto, auf dem Rückweg von der Anprobe meiner neuen Orthesen, sang aus vollem Halse die Songs aus dem Radio mit, während meine Eltern das Radio immer lauter drehten, um mein Gequake zu übertönen. Nebenbei schaute ich immer mal wieder auf mein Smartphone und las, was auf Twitter gerade so los war. Dabei fiel mir ein, dass ich vielleicht nochmal in mein E-Mail-Postfach schauen müsste, das ich seit einem Tag nicht mehr aktualisiert hatte. Schließlich musste ich die ganzen Benachrichtigungs-Mails von Twitter wieder herauslöschen.

Gesagt, getan. Ich öffnete die E-Mail-App, sah lauter Twitter-Mails aufploppen und scrollte mich am Ende einmal durch. Dabei stach eine E-Mail heraus: Es war eine mir unbekannte Adresse, von der diese Mail geschickt wurde. Sie passte nicht ins Bild…und plötzlich stach mir der Betreff ins Auge: „Deutscher Multimediapreis mb21“.

Sie war da. Die Antwort war da!

Rückblick:

Es war der 1. Juli. Eigentlich ein recht schöner Tag, die Sonne schien und ich konnte ausschlafen. Noch drei Wochen bis zu den Ferien. Sommerferien…allein der Gedanke löste in mir Freude aus, denn ich wurde bei einer Akademie angenommen, die zwei Wochen der sonst so öden Ferienzeit ausfüllen sollte. Doch auch dieser schöne Gedanke änderte nichts daran, dass mir schrecklich LANGWEILIG war. Ich scrollte mich durch Twitter und durch Facebook. Als ich die FB-Timeline durchforstete, stieß ich auf einen Post der FB-Seite meines Stipendiums. Es wurde auf den Deutschen Multimediapreis mb21 aufmerksam gemacht und dass man sein Projekt noch einreichen könne. Der dazugehörige Link wurde ab diesem Zeitpunkt zu meiner Tagesbeschäftigung. Erst las ich mich interessiert quer durch die Website, dann saß ich an meiner Einreichung. Es war eigentlich eine Aktion für mich, um meine Langeweile abzubauen, denn so hatte ich etwas zu tun. Außerdem konnte das Ganze ja nicht schaden. Zufrieden schloss ich dann nach 2 Stunden Website-Glotzen und dem Eintippen der notwendigen Infos meine Einreichung ab und verschickte sie. Und in den darauffolgenden Wochen wartete ich auf eine Antwort.

Nun saß ich da, zwei Monate und 20 Tage später, in meinem Autositz und überlegte, ob ich die E-Mail wirklich öffnen sollte, doch meine Neugier siegte. Ich klickte auf die Mail, las die einleitenden Sätze, die Danksagung für meine Teilnahme…und dann drehten meine Synapsenverknüpfungen völlig frei, denn die darauffolgenden paar Worte überforderten meine Festplatte im Kopf…

„…und freuen uns, Dir mitteilen zu können, dass dein Projekt „justdisabled“ von der Jury für einen Preis nominiert wurde.“

WTF?! Absoluter Blackout. „Ich bin nominiert…“, sagte ich mit zitternder Stimme, „ICH BIN BEIM DEUTSCHEN MULTIMEDIAPREIS NOMINIERT!“ „Deutschen Multi…was?“, drang es von vorne an meine Ohren. Meine Eltern hatten längst wieder vergessen, dass ich dort etwas einreichte. Nach einer kleinen Erläuterung klingelte es aber wieder. 🙂

Sofort wurden Twitter und Facebook aktiviert und Posts geschrieben. Ich kniff mich währenddessen immer wieder selbst, um mich von meinem Bewusstsein überzeugen zu können.

Ich war wach. Als ich heute Morgen aufstand, schaute ich nochmal in meine E-Mails, um sicher sein zu können, dass es kein Traum war. Es ist wahr: Ich bin beim Deutschen Multimediapreis nominiert, werde vom 10.-12. November in Dresden beim Medienfestival und bei der Preisverleihung sein – und kann mein Glück kaum in Worte fassen. 🙂

Wheelie

Manchmal möchte ich…

Manchmal möchte ich:

Singen, tanzen, schreien,

Mich damit von mir selbst befreien

Losgelöst vom Dasein,

Einfach nur mal ich sein

Manchmal möchte ich:

Alles neu gestalten,

Mich selbst voll entfalten

Losgelöst von Pflichten,

Mich einfach mal frei nach meinen Interessen richten

Manchmal möchte ich:

Einfach mal erleben,

Wie es ist, mit jemanden gemeinsam auf Wolke 7 zu schweben

Losgelöst von jeder Vernunft,

Mit dem Blick in eine rosarote Zukunft

Manchmal möchte ich:

Meiner Wut auch wirklich Luft machen

Nicht mehr alles, was mich kränkt, weglachen

Losgelöst von meiner Fassade,

Jedem meine Meinung sagen, ohne die sonstige Maskerade

Manchmal möchte ich:

Meine Träume wahr machen

Und über (Vor-)Urteile lachen

Losgelöst von dem, was die Anderen sagen

Einfach nur mein Ding machen!

Wheelie

Vorurteile? Nicht mit mir!

Sie sind wie Kletten, die die Gesellschaft an mir – aufgrund meiner Behinderung – befestigte: Die Vorurteile. Alte Bekannte – die jedoch oft von „normalen“ Menschen unter den Tisch gekehrt werden. Keiner will sie haben, aber wenn wir ehrlich sind – jede*r von uns hat welche.

Es ist euch vielleicht schon mal passiert: Man lernt jemanden kennen und denkt sich direkt – obwohl man die Person gar nicht richtig kennt – „Boah, ist der/die arrogant!“ (oder ähnliches), weil z.B. der- oder diejenige nicht gleich mit einem redet.

Zack, schon ist ein Vorurteil geboren. Der Stempel wurde auf die Stirn geklatscht und der Abdruck am besten noch mit dickem, wasserfesten, tiefschwarzem Edding nachgezogen. Aber daran gedacht, ob die Person vielleicht sehr schüchtern, unsicher oder eventuell gerade sehr beschäftigt ist, hat man dabei nicht wirklich. Daran denkt erst beim zweiten oder dritten Blick, wenn man sich etwas besser kennenlernt – manchmal bestätigt sich der erste Eindruck auch, aber das kommt, jedenfalls bei mir, sehr selten vor. Das kann immer passieren.

Oft beziehen sich Vorurteile aber auf Menschen, die so sind, wie sie sind und an ihrer Situation nichts ändern können. Seien es Menschen mit Handicap (körperlicher, geistiger und/oder psychischer Natur), Menschen mit Migrationshintergrund, Personen mit einer anderen Hautfarbe, Schwule, Lesben, Trans* oder auch Hartz-IV-Empfänger. An ihnen kleben Vorurteile wie kleine Klebezettel, die man sich aber nicht einfach abreißen kann, weil die Gesellschaft gleich wieder neue anpappt. Das Spektrum reicht von „Behindert = blöd“ bei Menschen mit einer sichtbaren Behinderung und „Stell‘ dich nicht so an“ bei Depressiven über „Kann ja eh kein Deutsch“ bei Menschen mit Migrationshintergrund und „Pervers“ bei Menschen mit einer anderen Sexualität, als die, die der „Norm“ entspricht, bis hin zu „Sozialschmarotzer, die zu faul sind zum Arbeiten“ bei Hartz-IV-Empfängern. Klingt hart, aber diese Vorurteile sind real.

Warum gibt’s die dann noch? Weil nichts gegen sie unternommen wird! Unter anderem bedienen sich Scripted-Reality-Formate an ihnen, fahren dabei sogar Quoten und damit auch Gewinn ein. Kurz und knapp: Vorurteilen wird nicht der Kampf angesagt, weil man damit Geld verdienen und manchmal auch Erfolg, Bekanntheit und Aufmerksamkeit erlangen kann. Auch, wenn es ziemlich krank ist. Allein deshalb finde ich, dass man gegen Vorurteile ankämpfen soll – auch, wenn es sich manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt. Man kämpft nämlich nicht allein.

Wheelie

Wheelie goes TINCON 2017 – so war’s!

Wheelie goes TINCON 2017 – so war’s!

Vor knapp 2 Wochen war es endlich soweit: Die TINCON (Abkürzung für TeenageINternetwork CONvention) Berlin stand vor der Tür! Das Ereignis, auf das ich seit 3 Monaten hibbelig wartete und welches mich auch etwas mit einer Mischung aus Angst, Vorfreude und leichter Panik erfüllte. Der Talk mit Marlon a.k.a. OP-Tisch-Pilot stand bevor.

 

Als ich losfuhr, ging es mir blendend. Es nieselte zwar und ich hatte mich drei Tage zuvor beim Schwimmen leicht am Fuß verletzt, das war mir jedoch herzlich egal. Die Aufregung hielt sich auch in Grenzen. Sehr gespannt darauf, Marlon, mit dem ich schon seit letztem Jahr regelmäßig via Facebook chatte, endlich im „real life“ kennenzulernen und meinen guten Kumpel Ingolf a.k.a. Ingoporter, der auch Speaker war, nach 3 Monaten reinem Telefonkontaktes wiederzusehen, wollte ich nach meiner Ankunft schnellstmöglich bei der TINCON sein.

In Berlin angekommen, holte mich dann auch bald mein Begrüßungskomitee-Trio, welches Marlon zusammentrommelte und führte, aus dem Hotel ab und brachte mich zum Kraftwerk, dem diesjährigen TINCON-Veranstaltungsort. (Wir versuchten uns auf dem Weg übrigens an einer Rolli-Polonaise, geklappt hat es aber nicht so wirklich. :D)

Dort angekommen, war mein erster Eindruck irgendwie düster. Aber nicht im negativen Sinne: Es war sehr dunkel im Kraftwerk, pinke und violette Beleuchtung erhellte es – neben den Stage-Scheinwerfern. Kurzum: Es hatte ein bisschen was von Weltuntergang und bevorstehender Club-Party, in einer guten Mischung.

Damit aber nicht genug: Vor der einen Treppe stand als Absperrung ein Winke-Grumpy-Cat-Pappaufsteller. An der Winke-Grumpy kam man im Übrigen irgendwie nicht vorbei: Sie war in den Talk-Intros, auf Plakaten, Postern, Pappaufstellern und auch als Begrüßung winkend an der Info. Das war aber nicht besonders verwunderlich – schließlich ist sie das TINCON-Maskottchen. Und ich habe seit dem Wochenende einen Grumpy-Cat-Fimmel. 😀

P1000055
Etwas verschwommen – die Grumpy hat mir gerade zugewunken. 😀
P1000039
Invasion der Winke-Grumpys.

Nach der „Begutachtung“ der Location, fiel mir auf, dass am ersten Tag nicht viel los war. Kann aber auch daran liegen, dass ich erst relativ spät aufgeschlagen bin. Nachdem Marlon und ich etwas am Talk feilten, schaute ich mir noch den Liveauftritt von Sookee an, der für mich zu den absoluten Highlights der TINCON gehört! Hört einfach mal selber in ihre Musik rein, wirklich super!

P1000014.JPG
Sookie in Aktion!

An Tag 2 fand ich mich bereits um 8:30 Uhr im Kraftwerk ein – nach 6 Stunden Schlaf, langsam, aber sicher, wirklich aufgeregt, wegen dem bevorstehenden Talk und mit meiner neuen Kamera im Schlepptau. Um mich etwas zu beruhigen, knipste ich einige Fotos (von denen auch einige hier eingefügt sind) und ließ mich wenig später etwas von den Eindrücken „berieseln“, fuhr mit meiner inneren Unruhe immer wieder von drinnen nach draußen (und umgekehrt) oder verzog mich in den Speaker-Bereich, um mich mit Kaffee weiter aufzuputschen. (Etwas dumm von mir, ich weiß…:D)

P1000043
Unterschriftenwand – auch ich habe mich da irgendwo verewigt…

Während ich meinen Koffeinspiegel im Blut nach oben trieb, traf ich auch Ingolf wieder, der es am Tag zuvor nicht mehr zur TINCON schaffte. Ich sah ihn zunächst nicht (was wohl an der sparsamen Beleuchtung lag), er erkannte mich zuerst aber auch nicht (was an der Beleuchtung UND meinem neuen Haarschnitt gelegen haben könnte). Kurz darauf setzte er sich zu mir (und meinem Kaffeebecher), feilte noch etwas an seinem Talk und der dazugehörigen Präsentation und kämpfte ein wenig mit seiner aufkommenden Nervosität, da sein großer Auftritt nicht mal mehr eine Stunde hin war. Er hat es aber trotz seiner Aufregung super gemeistert! Denn wenig später rockte er die Bühne mit „Jugend an die Macht!“. 🙂

P1000066

P1000106.JPG
Ingolf brachte dem Publikum mit vollem Elan durch einen super Vortrag das Thema Jugendpolitik näher.

 

Für Marlon und mich hieß es danach aber, dass wir uns mit dem Feinschliff unserer Präsi ranhalten mussten – viel Zeit hatten wir nach unserem Abstecher bei Ingolfs Auftritt nicht mehr. Trotzdem arbeiteten wir (oder eher Marlon, in Präsentations-Bearbeitung bzw. -Erstellung bin ich völlig unbegabt :D) mit absoluter Ruhe und nahmen zwei Matratzen im Speaker-Bereich in Beschlag. Zum Schluss war Schauspiel-Coachin Inga bei uns, die uns ein Crash-Coaching für Bühnenauftritte gegeben hat (Danke dafür! :)) und die Zeit verflog anscheinend ziemlich. Denn plötzlich wurden wir aufgescheucht: Der Talk sollte in 6 Minuten beginnen!

Tiefenentspannt begab ich mich dann also zum Aufzug – um darin in leichte Hyperventilation zu verfallen. Die Aufregung ließ mit voller Wucht grüßen. Auf dem Weg zur Bühne hyperventilierte ich zwar nicht mehr, aber mein Herzschlag ging durch die Decke. Meine Versagensängste begrüßten mich, ich dachte kurz, ich würde es nicht packen und wäre am liebsten davongerannt. Ich weiß nicht, wie es Marlon ging, er schien aber auch ziemlich aufgeregt gewesen zu sein.

Auf der Bühne lief aber letztendlich alles glatt! (Außer, dass der Fernseher vor uns, der die Präsi zeigen sollte, nicht so recht funktionieren wollte und wir uns immer mehr oder minder auffällig zur Leinwand drehen mussten….but shit happens! :))

34705082393_99159df134_o.jpg
Marlon und ich auf der U21-Stage! Foto: Alice Plati/TINCON

Mir fielen 50.000 Steine vom Herzen, als es vorbei war, doch irgendeine komische Stimme in mir wollte unbedingt nochmal…na ja, vielleicht nächstes Jahr. 😉

Ich konnte die TINCON nach dem Talk voll erleben, lernte u.a. Raúl Krauthausen und Ralph Caspers kennen (zwei meiner Vorbilder!) und war völlig geflasht von dem Ganzen! Und zum krönenden Abschluss am Sonntag wurde ich Zeugin von einem der absolut besten Talks der ganzen Veranstaltung: Die 11-jährige Lilith begeisterte gemeinsam mit Raúl Krauthausen auf der U21-Stage das Publikum (habe leider kein Foto, aber den super Talk findet ihr hier). Da konnten sich manch andere Speaker eine Scheibe von abschneiden!

Alles in allem war es super auf der TINCON! Interessante Talks, Workshops und Games waren wie Magneten und zogen an. Ich kann nur empfehlen, nächstes Jahr mal dort vorbeizuschauen – ich werde definitiv wiederkommen, egal ob als Speaker oder Besucher. 🙂

Wheelie

P.S.: Wenn ihr euch mal anschauen wollt, was Marlon und ich da auf der Bühne erzählten, erfahrt ihr bald hier, wo ihr es finden könnt. 🙂

Copyright-Hinweis zum Schluss: Die Fotos sind alle – sofern nicht anders angegeben – von mir selbst geschossen worden. Falls (ich betone: falls) jemand diese Fotos verwenden möchte, bitte ich um den kleinen Hinweis: „Foto: justdisabled/privat“ und vorherige Kontaktaufnahme. Danke. 🙂