Eigentlich gibt es für mich gar nicht so viel zu schreiben. Ich versuche trotzdem mal, mein Jahr für euch zusammenzufassen.

2016 war ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Ein Jahr, dass ich sicher nie vergessen werde. Und das möchte ich nun mit euch teilen.

Fangen wir mit Januar an:

1. Kontrolluntersuchung nach der Reha. Die Lieblingsärztin freute sich, dass ich noch immer so gut laufe. Ich freute mich mit. Doch damals wusste ich noch nicht, was das Jahr noch alles umwerfen würde, sowohl beim Laufen, als auch beim Thema „Lieblingsärztin“.

Zudem stieß ich – was ich hier nie erwähnte – auf ein Schülerstipendienprogramm. Ich begann ein Bewerbungsschreiben, welches im März abgeschickt wurde. Was dabei herauskam, erzähle ich euch gleich. 🙂

Im Februar gab es gleich drei Highlights:

Mein 15. Geburtstag ist eins davon. Das andere Highlight ist, dass ich mein Halbjahreszeugnis erhielt. An sich eigentlich nichts Besonderes, oder? Für mich schon, denn von diesem Zeugnis hing ab, ob ich zurückgestuft werde oder nicht. Da ich aufgrund der großen OP im Juni 2015 auch im neuen Schuljahr sehr viele Fehltage anhäufte, war nicht sicher, ob ich alles packen würde. Doch ich packte es an – und hatte zum Schluss einen Durchschnitt von 1,4. Auch, wenn mir einige Noten fehlten (z.B. in den Naturwissenschaften), freute ich mich wie verrückt, denn ich hatte mit Abstand den Klassenbestschnitt und durfte bleiben. 🙂 Außerdem startete ich in diesem Monat mein Twitter-Profil.

Mein erstes Praktikum bei einem Offenen Kanal bzw. Bürgerradio folgte im März. Auch, wenn ich beruflich nie etwas mit Medien machen möchte (habe ich nach dem Praktikum endgültig beschlossen, weil ich merkte, dass mich ein Medienberuf nicht ausfüllen würde), war das eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte, weil ich viele tolle Menschen kennenlernen durfte und meine eigene Radiosendung ihre 45 Minuten Sendezeit bekommen hat. Zu einer Wiederholung wäre ich auch bereit. 🙂 In der Praktikumszeit feierte meine Facebook-Seite übrigens ihr einjähriges Bestehen. =D

Im April merkte ich, dass mit meinem linken Bein etwas nicht stimmt. Es hatte zwar schon immer seine Probleme – auch mit der Innenrotation – aber nie so massiv, dass ich dadurch zu meiner eigenen Stolperfalle wurde und stürzte. Sorgen machte ich mir noch nicht, jedoch änderte sich das bald.

Nachdem ich im März meine Bewerbung auf ein Stipendium abschickte, erhielt ich im Mai eine Antwort:

Ich war in die engere Auswahl gekommen und wurde zu einem persönlichen Jurygespräch nach Hamburg eingeladen. Meine Freude darüber war riesig, leider fiel mir aber eine Sache auf: Der Termin des Jurygespräches überschnitt sich mit der Landesmeisterschaft im Rollstuhltanz. Ich entschied mich für das Jurygespräch, denn diese Chance hatte ich nur einmal.

Das Gespräch fand dann im Juni statt. Während der gesamten Fahrt war ich relativ entspannt – als wir jedoch vor dem Stiftungsgebäude standen, in welchem das Gespräch stattfand, bekam ich wacklige Knie und überlegte kurz, ob es nicht besser wäre, umzudrehen und zur LM zu fahren. Allerdings hätten mir meine Eltern und meine Vereinskollegen den Kopf abgerissen. Und ich mir später auch.

Also betrat ich das Gebäude – vor Aufregung am ganzen Körper zitternd – und stellte mich nach Abholung meines Namenschildes darauf ein, noch 3 Stunden warten zu müssen, da ich viel zu früh da war. Weit gefehlt – es fiel jemand aus und so konnte ich weitaus früher ins Gespräch. Die zwei Juroren, die mich „interviewten“, waren total nett und halfen mir etwas, meine Aufregung zu verlieren. Und die Jurorin in dem „Tandem“ kannte sich sogar etwas mit meiner Behinderung aus, was es mir leichter machte, auch darüber zu sprechen. Nach dem Gespräch fühlte ich mich super. Nur die Wartezeit auf eine Antwort war schlimm – noch schlimmer, als die Wartezeit davor.

Drei Wochen später saß ich dann total erkältet zuhause und wollte mich nur noch einrollen. Doch irgendwas scheuchte mich aus dem Bett, als wenn ich gewusst hätte, was passiert. Als die Post morgens – für diese Zeit untypisch – vor der Tür stand, bekam meine Mutter einen großen Brief für mich in die Hand gedrückt. Darauf das Logo des Stipendienprogramms. Im Türrahmen tanzend, übergab sie mir den Brief. Sie hatte ihn nicht geöffnet, jedoch hatte sie ein gutes Gefühl. Ich kann mich nicht erinnern, je einen Brief schneller geöffnet zu haben. Als ich ihn las, konnte ich kaum fassen, was darin stand: Es war die Stipendienzusage! Damit gehörte ich zu den 110 neuen Stipendiaten, die im September 2016 offiziell aufgenommen wurden. Ich hatte nie wirklich damit gerechnet, genommen zu werden. Umso größer war die Freude.

Um ehrlich zu sein, kann ich – sechs Monate, zwei Seminare und einen Festakt später – immer noch nicht ganz fassen, was da eigentlich passiert ist. =D

Im Juli durfte ich – nachdem ich Alarm geschlagen hatte – wieder einmal nach Hamburg reisen, diesmal ging es ins Ganglabor in Altona. (Blogbeitrag dazu hier.) Mein Gangbild gefiel mir ganz und gar nicht und der Lieblingsärztin gefiel es wohl genauso wenig. Nach einigen Tests durfte ich wieder nach Hause – wusste aber genauso wenig wie vorher.

Im September fuhr ich zum ersten Seminar des Stipendienprogramms. Ich freue mich, so viele tolle und begabte Menschen kennengelernt zu haben!

(Falls ihr es lest: Ich hab‘ euch echt ins Herz geschlossen, Leute! :-))

Im Oktober erfolgte dann die Metallentfernung. Im Vorfeld hieß es dann, dass man mir mit dem linken Bein nicht helfen konnte (erster Rückschlag) und das ich nicht mehr frei laufen soll (zweiter Rückschlag). Und dann verurteilte die Lieblingsärztin meinen Berufswunsch auf’s Schärfste. (Wer die gesamte Geschichte lesen will, ist hier richtig. :-))

Im November merkte ich, dass ich die 10.000 Aufrufe-Marke geknackt habe! Dafür danke ich euch! 🙂 ♥

Und im Dezember feierte ich den ersten Bloggeburtstag. Yeah! =D

Ich merke grade, dass ich dieses Jahr echt viel erlebt habe und doch viel zu schreiben hatte. Ich hoffe, dass ich auch nächstes Jahr vieles mit euch teilen kann. 🙂

Einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 wünsche ich euch!

Eure Wheelie

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