Das Hirn einschalten – #FragtWarum

Bei manchen Menschen denke ich, dass das Hirn wohl nicht mitgeliefert oder auf Werkseinstellung gesetzt wurde.

Zurzeit denke ich das bei der Aktion Mensch.

Durch die öffentliche Unterstützung von ABA haben sie bei mir diesen Anschein erweckt. Eigentlich war ich auf die Aktion Mensch immer gut zu sprechen, weil sie viel Inklusionsarbeit leisten und „Das WIR gewinnt!“ predigen. Es ist aber alles wohl mehr Schein als Sein. Denn Autisten sind wohl aus dem „WIR“ ausgenommen.

Kommen wir nun mal zum Kernpunkt: ABA und die Autisten. Aber was ist ABA überhaupt?

Hier eine kleine Erläuterung:

Die Applied Behavior Analysis (kurz ABA) ist eine moderne Psychotherapieform für  vorzugsweise Kinder zur Behandlung von „autistischen Störungen“. Sie zielt darauf ab, die autistischen Verhaltensweisen verschwinden zu lassen.

Klingt im ersten Moment gar nicht so schrecklich, oder? Es ist aber schrecklich. Überhaupt der Plan, Autismus zu heilen, ist krank.

Die Methoden, die zur „Heilung“ führen sollen, sind noch verabscheuungswürdiger.

„Die Verfahrensweisen von ABA basieren im Wesentlichen auf Methoden desoperanten Konditionierens. Lernversuche und -erfolge sowie erwünschtes Verhalten werden möglichst direkt verstärkt, wobei primäre Verstärker (z.B. Nahrungsmittel) und sekundäre Verstärker (z.B. Spielzeug oder Lob) eingesetzt werden, um erwünschtes Verhalten zu belohnen. Vor allem soll so eine Motivation zum Lernen erreicht werden. Ein Hauptproblem beim Autismus ist die häufig gering ausgeprägte Neigung zum Imitationsverhalten. Die mit Hilfe von ABA entwickelte generalisierte Neigung zur Imitation des Verhaltens anderer stellt eine wichtige Grundlage für das weitere Lernen dar.“

(Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Applied_Behavior_Analysis)

Kurz zusammengefasst: ABA möchte Autisten dazu zwingen, ihre „abnormen“ Verhaltensweisen abzulegen und die Verhaltensweisen von „normalen“ Menschen anzunehmen. Dabei wird als Druckmittel z.B. Essen, Trinken und Spielzeug eingesetzt – um es später als „Belohnung“ bei „richtigem Verhalten“ zu benutzen.

Gerade für Kinder mit Autismus ist es qualvoll. Sie werden z.B. gezwungen, jemanden in die Augen zu schauen, um ihre Nahrung, ihr Spielzeug und – vorallem – die Zuwendung ihrer Eltern zu erhalten. Normal denkende Eltern würden ihren Kindern sowas nie antun. Eltern, die den Autismus ihrer Kinder loswerden wollen und leicht verblendet sind, aber schon. Von diesen Eltern gibt es leider viel zu viele.

Es gibt sogar schon organisierte ABA-Elterntreffen. Manche sind über einige Ecken von der Aktion Mensch unterstützt.

Für mich – auch als Nicht-Autistin – unfassbar. Die Aktion Mensch predigt Inklusion – aber ABA ist auf gar keinen Fall inklusiv. Die Aktion Mensch erklärt den Begriff Inklusion nämlich so:

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung.

ABA grenzt aber Autisten aus! Die Aktion Mensch widerspricht sich also selbst und macht sich unglaubwürdig. Doch das will die Aktion Mensch nicht einsehen.

Auf Twitter ist ein deutlicher Protest zu spüren. Unter dem Hashtag #FragtWarum tun viele Menschen ihre Meinung gegen ABA und die Unterstützung dieser Foltermethode von der Aktion Mensch kund. Das nun schon 56 Tage lang. Und es wird weitergehen, bis die Aktion Mensch endlich die nötige Einsicht erlangt. Das Hirn einschaltet.

Auch ich werde weiterhin meine Stimme erheben. Mit vielen anderen.

Kleiner Tipp: Aleksander Knauerhase von Quergedachtes hat schon viel über #FragtWarum geschrieben. Er ist Autist, Blogger und ein sehr strenger ABA-Kritiker. Als Betroffener sieht er die Sache noch aus einer anderen Sicht, die ich sehr interessant finde.
Schaut mal rein!

Wheelie

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