Sag niemals nie…

Wie oft dachte ich schon, dass ich es geschafft hätte? Endlich am Ziel meiner Träume angekommen. Bis zu meiner letzten OP dachte ich immer: „Jetzt hast du es geschafft. Du kannst laufen. Du brauchst dich nicht mehr unters Messer zu legen.“ Doch es stellte sich jedes Mal als Trugschluss heraus. Es passierte immer irgendetwas, sodass das tolle Ergebnis plötzlich im Eimer war. Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie es nach meiner 3. OP 2011 war. Das Ergebnis war perfekt. Ich lief kerzengrade, hatte keine Schmerzen. Alles super. Ich weiß noch, wie stolz man auf mich war. Doch im Sommer 2012 ging alles den Bach wieder runter. Ich hatte drei Tage lang unerklärliche Schmerzen. Relativ starke Schmerzen. Zum Arzt gegangen bin ich trotzdem nicht. Es wurde aufs Wachstum geschoben – womit man teilweise auch Recht hatte. An Tag 3 stürzte ich nur noch und kroch auf allen Vieren – anders konnte ich mich nicht mehr fortbewegen. Es war grauenhaft. Als ich am nächsten Tag aufwachte, hatte ich keine Schmerzen mehr. Also wollte ich aufstehen. Doch anstatt kerzengrade zu stehen, stand ich in den Knien. Ich versuchte krampfhaft, sie durchzustrecken, doch dies gelang mir nicht mehr. Verzweifelt ließ ich mich fallen. Da sah ich, dass meine Kniescheiben nicht mehr dort saßen, wo sie hingehörten. Tränenüberströmt setzte ich mich auf die Knie und hoffte, dass das alles ein Traum wäre. Ein schrecklicher Albtraum, aus dem ich bald erwachen würde. Doch es war real. Leider. Als ich dann kurz darauf wieder in Hamburg aufschlagen musste, sah mich meine Ärztin mehr als erschüttert an. Ich dachte, sie fällt mir tot um. Ich hätte heulen können – am liebsten wäre ich einfach geflohen, um mich ihren erschrockenen Blicken zu entziehen. Ich gab mir die Schuld am Dilemma, ich hatte sie ja auch teilweise. Nach der OP dachte ich, das bliebe so und ich machte nur noch wenig für den Erhalt des Ergebnisses. Ein großer Fehler. Doch wie kurz darauf rauskam, war nicht nur das an der Sache schuld, sondern auch ein unvorhergesehener, starker Wachstumsschub, der dafür sorgte, dass die Kniescheiben nicht mehr mitkamen. Doch auch dieses Wissen konnte mir das Laufen nicht zurückbringen. Ich hatte aber auch genug von OPs, die letztendlich doch nichts bringen. Also schwor ich mir, mich nie wieder unters Messer zu legen und alles so zu nehmen, wie es ist. Außerdem unterzog ich mich Botox-Behandlungen. Das sollte so bleiben. Doch dieser Plan wackelte. Als meine Ärztin im Dezember 2014 dann den Fahrplan des laufenden Termins mit „Botox, Röntgen, Ganglabor“ beschrieb, war ich verunsichert. „Was soll ich im Ganglabor? Ich kann doch kaum noch gehen! Und weshalb soll ich dorthin?“ Während ich aufs Röntgen wartete, dachte ich darüber nach. In der Zwischenzeit wurde auch ein Termin zur Ganganalyse festgelegt: Im Februar 2015 sollte es stattfinden. Nur gecheckt, weshalb es gemacht werden soll, hab ich nicht – bis zum Termin. Dort wurde klar, dass ich operiert werden soll. Ich sah Bilder von Leuten, die die OP schon hinter sich hatten. Es war Wahnsinn. Ich zögerte trotz alledem. Ich wollte mich nicht operieren lassen. Es war ein monatelanges Hin und Her, bis ich mich für die OP entschied. Wie dann meine Zeit im Krankenhaus war, könnt ihr hier in diesem Vierteiler nachlesen:
4 Monate im Krankenhaus – Zusammenfassung einer tollen Zeit! (Teil 1)
4 Monate im Krankenhaus – Zusammenfassung einer tollen Zeit! (Teil 2)
4 Monate im Krankenhaus – Zusammenfassung einer tollen Zeit! (Teil 3)
4 Monate im Krankenhaus – Zusammenfassung einer tollen Zeit! (Teil 4)

Eure Wheelie

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